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Langwedel-Holtebüttel, 19.06.2018

Keine Bodenabsenkungen durch Erdgasförderung Satellitengestützes Messsystem seit einem Jahr in Betrieb

Die im ersten Betriebsjahr aufgezeichneten umfangreichen Daten der im Sommer 2017 gestarteten, satellitengestützen Messungen oberhalb des rund 76 Quadratkilometer großen Erdgasfeldes Völkersen (Landkreis Verden/Aller) sprechen eine deutliche Sprache - die Erdgasförderung hat im zurückliegenden Jahr keine Bodenabsenkungen (Subsidenz) verursacht.

Vielmehr zeigen die Messergebnisse deutlich, dass sich der Boden übers Jahr abwechselnd geringfügig hebt und senkt, die Erde quasi „atmet“. Experten führen dieses Phänomen insbesondere auf Grundwasserschwankungen zurück.  

„Wie angekündigt, werden wir das im vergangenen Sommer freiwillig aufgesetzte regionale Mess-Projekt über die kommenden Jahre fortsetzen“, sagt Kati Hanack, Leiterin des Förderbetriebes Niedersachsen der DEA in Langwedel-Holtebüttel. „Unsere Fachleute, unter anderem aus dem Bereich Vermessungswesen, werden die ermittelten Daten weiterhin so aufbereiten, dass eine nachvollziehbare Interpretation der Messergebnisse möglich ist. Auf längere Sicht wird dann auch die Frage beantwortet werden können, ob und - falls ja - inwieweit Bodensenkungen im Bereich der Erdgasförderung überhaupt stattfinden.

Wie funktioniert das System?

Eckpfeiler des Messsytems sind insgesamt sechs Empfangseinheiten, die DEA im Landkreis Verden/Aller auf bereits bestehenden Betriebsplätzen des Unternehmens fest installiert hat. Fünf Einheiten (auf der untenstehenden Karte blaue Kreise 1-5) oberhalb der zentralen Erdgas-Lagerstätten dienen der direkten Höhenmessung am jeweiligen Ort. Sie korrespondieren fortlaufend mit der Empfangseinheit auf der Kompressorstation Brammer (auf der Karte roter Kreis Basis), die vom Fördergebiet abgesetzt positioniert ist und als Referenzgerät fungiert. Alle sechs Einheiten empfangen kontinuierlich die Signale der GPS-Satelliten aus dem Weltall. Eine spezielle Software registriert, vergleicht und archiviert an allen 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr die jeweiligen Laufzeiten der Signale zwischen Satelliten und Empfängern. Verändert sich die Laufzeit der Signale, muss sich die Position des Empfängers verändert haben – in solch einem Fall hätte sich die Erdoberfläche entweder nach oben oder nach unten bewegt. Die Auflösung des Systems liegt im Millimeterbereich.

Positionen der Empfangseinheiten des „Subsidenz-Messsystems“ der DEA im Landkreis Verden/Aller

Legende:

Blaue Kreise 1-5 : Empfangseinheiten oberhalb der Erdgas-Lagerstätten  

Roter Kreis Basis: Empfangs- und Referenzeinheit außerhalb des zentralen Fördergebietes

Rote Namen: Förderbohrungen/Anlagen der DEA

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