Bohrplatz

Zunächst soll ein etwa 75 mal 63 Meter großer Bohrplatz errichtet werden. Anschließend werden die beiden Bohrungen nacheinander gebohrt. Dies wird etwa viereinhalb Monate dauern. Der Bohrplatz wird nach Abschluss der Arbeiten wieder weitgehend rückgebaut. Abschließend werden die Pumpen für die Förderung installiert und in Betrieb genommen.

Der Bohrplatz für die geplante Bohrungen befindet sich rund 1000 Meter von der nächsten Bebauung in der Ortschaft Oerrel entfernt im Wald. Hier befindet sich auch der Betriebsplatz der Pferdekopfpumpen Hankensbüttel-Süd 94, 95 und 85. Für die Wahl des Ausgangspunktes der Bohrung waren mehrere Gründe entscheidend:

  • Von hier ist das Zielgebiet – die mit seismischen Messungen identifizierten bisher nicht erschlossene geologische Bereiche – gut erreichbar.
  • Ein direkter Anschluss an die Infrastruktur des bestehenden Förderplatzes sowie an die neu verlegte Pipeline ist vorhanden.

Bohranlage

Die in dieser Tiefenlage zu erwartenden Drücke und Temperaturen sind mit moderner Bohrtechnologie gut zu bewältigen. Dazu setzt DEA eine kompakte moderne Bohranlage ein. Die Anlage ist rund 40 Meter hoch und kann eine Last von 200 Tonnen heben. Dies ist für die Handhabung des Bohrgestänges notwendig.

Um die Ziele im Untergrund zu erreichen, muss der Bohrmeißel je Bohrung rund 1.800 bis 2.000 Meter zurücklegen. Für diese Strecken werden zusammen rund viereinhalb Monate benötigt. Die Bohrarbeiten werden von 10 bis 15 Arbeitskräften rund um die Uhr in 12 Stunden-Schichten durchgeführt.

Bohrpfad

Die Bohrung Hankensbüttel-Süd 96 soll nach derzeitiger Planung das „Obere Lager“ in einer Tiefe von etwa 1.400 Metern erreichen. Dabei hat die Bohrung bis zur Endteufe (Gesamtlänge) eine Neigung von etwa 40 Grad aufgebaut.

Bewährte Bohrtechnik

Die Bohranlage wird den modernen Standards entsprechen und aufgrund ihrer Leistungsmerkmale besonders für die Erdölbohrungen geeignet sein.

Die DEA erstellt für die geplanten Bohrarbeiten ein umfassendes Programm, das dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zur Genehmigung vorgelegt wird. So ist gewährleistet, dass die Arbeiten auf höchstem Sicherheitsniveau durchgeführt werden.

Eine negative Beeinflussung des Grundwassers kann bei der von DEA angewendeten Bohrtechnik ausgeschlossen werden. Die Bohrung selbst wird mit unbedenklichen Flüssigkeiten durchgeführt, die nicht giftig und nicht umweltgefährdend sind.

Die sichere, mehrfache Verrohrung und Zementierung stellt eine Barriere dar die hydraulisch dicht ist. Nichts kann aus der Verrohrung nach außen dringen – und nichts hinein.

Eine weitere wesentliche Umweltschutzmaßnahme ist das sogenannte Bohrplatzentwässerungskonzept. Sämtliche Flüssigkeiten des Bohrprozesses werden in einem geschlossenen Kreislauf geführt. Damit ist der allerhöchste Umweltschutz gewährleistet.

Die Arbeitsschritte im Einzelnen

Die Bohrprojekte können in fünf Abschnitte gegliedert werden. Diese werden zunächst für die Hankensbüttel-Süd 96 ab dem vierten Quartal abgearbeitet. Anschließend wird die Bohrung Hankensbüttel-Süd 97 begonnen, mit der künftig das abgetrennte Flutwasser in die Lagerstätte zurückgeführt wird, um das Öl zu der neuen Förderbohrung zu drücken.

1. Baumaßnahmen für den neuen Betriebsplatz

  • Einbringen der Standrohre
  • Erdarbeiten
  • Betonarbeiten
  • Verkehrswegearbeiten

2. Aufbau der Bohranlage

  • Antransport der Bohranlage
  • Anlieferung Bohrequipment, Materialien, Container 
  • Aufbau der Bohranlage
  • Abnahme der Bohranlage von Auftraggeber

3. Bohrarbeiten, äußere Verrohrung und Zementierung, Einbau des inneren Förderstrangs

4. Abbau der Bohranlage

5. Obertägige Arbeiten und Inbetriebnahme

  • Rohrleitungsbau, Installation von Mess- und Regeltechnik
  • Förderung und Aufbereitung des Nassöls aus der Bohrung 96
  • Rückführung des Flutwassers zur Erhöhung des Lagerstättendrucks (Kreislauf)

Sobald die Bohrungen erfolgreich niedergebracht und fest verrohrt wurden, wird der Bohrturm wieder abgebaut und abtransportiert. Danach werden die obertägigen technischen Installationen vorgenommen. Im Anschluss daran sorgen die Mitarbeiter des DEA Förderbetriebes Niedersachsen - Ingenieure, Meister und Handwerker - für eine sichere Erdölproduktion. Wie alle Bohrungen, Leitungen und Stationen der DEA werden dann auch die Hankensbüttel 96 und 97 aus einer zentralen, rund um die Uhr besetzten Messwarte kontinuierlich überwacht und gesteuert. Mitarbeiter, die sich im Außeneinsatz befinden, sind über Mobiltelefone ständig in Kontakt mit der Messwarte und im Störungsfall schnell vor Ort.