Geologie

Im Raum Hankensbüttel fördert die DEA bereits seit Mitte der 50er Jahre qualitativ hochwertiges Öl aus dem so genannten „Gifhorner Trog“. Die Sandsteinschichten wurden im Mittleren Jura durch Flussmündungen (Deltas) im flachen Meeresbereich abgelagert.

Zwischen den Sandkörnern befinden sich Porenräume, die etwa ein Viertel des Sandsteinvolumens ausmachen. In diesen Poren sammelte sich das Öl. Die sehr gute Durchlässigkeit des Sandsteins sorgt dafür, dass das Öl gut zu den Bohrungen fließen kann. Die ölführenden Schichten bilden zwei Sandsteinlagen des Mittleren Jura (Dogger β) in einer Tiefe von zwischen 1.380 Metern und 1.540 Metern.

Gebildet hat sich das Öl in tieferen Schichten des Lias Epsilon. Dieses Muttergestein ist vor rund 180 Mio. Jahren durch das Absinken organischen Materials auf den Meeresboden entstanden.

Durch die Überlagerung mit Sedimentgestein erhöhten sich Druck und Temperatur und sorgten für die Umwandlung zu Öl.

Dieses Öl ist dann in das Speichergestein gewandert und hat sich in den Porenräumen zwischen den Sandkörnern eingelagert, gefangen in einer so genannten Erdölfalle unterhalb einer undurchlässige Sperrschicht der Unterkreide.

Blick in den Untergrund

Seismische Messungen aus dem Jahr 1990 haben uns ein detailliertes Bild des Erdölfeldes Hankensbüttel-Süd geliefert. Unsere Interpretationen zeigen, dass zur Zeit der Messung in dem Feldesteil, wo nun die Bohrung HB-S 96 niedergebracht werden soll, Öl im Speichergestein vorhanden war. Bisher wurde in diesen Bereich nur eine Bohrung realisiert, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die gesamte Ölmenge aus dieser Teilscholle fördern könnte.

Abbild des Untergrundes im Bereich der Bohrungen Hankensbüttel-Süd 96 und 97.

Hintergrund: seismische Daten aus denen Geophysiker ein Bild des Untergrundes generieren.

Vordergrund: Oberfläche der Speichergesteinsschicht im Dogger Beta. Grün/blau sind die Pfade der Bohrungen dargestellt.

Wie bekommt man Einblick in den tiefen Untergrundes?

Einfach ausgedrückt funktionieren seismische Messungen wie Messung von Wassertiefen mittels Echolot auf einem Schiff.  Bei den bereits 1990 über dem Erdölfeld Hankensbüttel- Süd durchgeführten Messungen wurden Schallwellen mit Hilfe von kleinen Explosivladungen erzeugt. Diese sorgfältig dosierten Sprengladungen wurden in Löcher eingebracht und sicher verdämmt. So konnte gewährleistet werden, dass die Druckenergie in den Untergrund und nicht an die Oberfläche geleitet wurde. Die ausgesendeten Schallwellen wurden an den Schichten im Untergrund reflektiert und die an die Erdoberfläche zurückgesendeten Wellen mit speziellen Mikrofonen (Geofonen) aufgezeichnet. Nach der Messung wurden diese Messgeräte wieder eingesammelt und die gewonnenen Daten im Detail ausgewertet.

Wo und wann wurde gemessen?

Die DEA verwendet 3D-seismische Daten des Erdölfeldes Hankensbüttel-Süd, die bereits im Jahr 1990 gemessen wurden. Zur Planung der Bohrungslokation waren keine neuen seismischen Messungen notwendig.