Bohrinformationen

Bohrplätze

Als Bohrplätze für die beiden neuen Ablenkungsbohrungen nutzt DEA zwei bereits heute bestehende, befestigte Betriebsplätze. Die genaue Lage dieser Plätze finden Sie auf der Karte.

Die zukünftige „Völkersen-Nord Z6a“ befindet sich im freien Gelände auf dem Gebiet des Flecken Langwedel westlich der Landestraße L155, etwa auf dem halben Weg zwischen den Ortschaften Posthausen und Völkersen.

Die zukünftige „Völkersen-Nord Z4b“ befindet sich ebenfalls im freien Gelände und ebenfalls auf dem Gebiet des Flecken Langwedel östlich der Kreisstraße K9, etwa auf dem halben Weg zwischen der Autobahn A27 und der Ortschaft Grasdorf.

DEA vermeidet durch die Ablenkung bestehender Förderbohrungen nicht nur unnötige Neubohrungen. Durch die weitere Nutzung bereits bestehender Betriebsplätze müssen keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden. Auch dadurch können Eingriffe in die Natur so gering wie möglich gehalten werden.

Bohrprojekte

Das Ziel aller Produktionsbohrungen in der Region sind die erdgasführenden Sandsteinschichten der Formation „Rotliegend“ in Tiefen von mehr als 4.800 Meter. Die Fördermenge jeder Bohrung hängt entscheidend von Struktur und Ausbildung des jeweiligen Sandsteins ab. Wenn das Speichergestein in der Tiefe über viele miteinander verbundene Porenräume verfügt, strömt das Erdgas bei entsprechendem Druckgefälle zur Bohrung.

Unterhalb des erdgasführenden Bereiches in der Lagerstätte sind die Porenräume im Gestein mit Wasser gefüllt. Im Zuge der Erdgasförderung kann es lokal oder regional zum Anstieg dieses Wassers kommen. Steigt das Wasser in einer Bohrung so weit an, dass keine Erdgasproduktion mehr möglich ist, spricht man von einer „Verwässerung“ der Bohrung.

Völkersen-Nord Z6a

Die Bohrung „Völkersen-Nord Z6“ wurde zwischen November 2011 und März 2012 niedergebracht. Bis Oktober 2015 förderte sie Erdgas ausschließlich für den bundesdeutschen Markt. Auf Grund des zuletzt hohen Wasser-Aufkommens hat sich DEA entschlossen, diese Bohrung aus der Produktion zu nehmen und als „Völkersen-Nord Z6a“ in einen anderen Bereich der Erdgas-Lagerstätte abzulenken. So soll eine weitgehend wasserfreie Erdgasproduktion wieder möglich werden.

Dazu muss zunächst die auf 5.250 Meter hinunterreichende „Völkersen-Nord Z6“ teilverfüllt werden. Anschließend wird die Bohrung in einer Tiefe von rund 3.800 Meter aus dem bestehenden Bohrloch heraus um insgesamt rund 1.600 Meter in Richtung Westen auf eine Endtiefe von ca. 5.000 Meter abgelenkt. Diese Bohrung wird dann als „Völkersen-Nord Z6a“ bezeichnet.

Während der Bohrphase werden nur die geologischen Formationen des tieferen Buntsandstein, Zechstein und Rotliegend durchbohrt. Die überlagernden Schichten, die auch das nutzbare Grundwasser in geringen Tiefen enthalten, bleiben unberührt (siehe Grafik).

Völkersen-Nord Z4b

Die 1998 gebohrte „Völkersen-Nord Z4“ wurde bereits Anfang 2014 zur „Völkersen-Nord Z4a“ abgelenkt. Struktur und Ausbildung der Lagerstätte im Zielbereich dieser Bohrung waren jedoch unzureichend, so dass eine wirtschaftliche Erdgasförderung nicht möglich war. Jetzt modifiziert DEA diese Bohrung noch einmal.

Die in Richtung Westen auf knapp 5.000 Meter hinunterreichende „Völkersen-Nord Z4a“ wurde im unteren Bereich bereits teilverfüllt. Daran schließt sich jetzt die restliche Verfüllung bis zu einer Tiefe von rund 3.300 Meter an. Von dort wird die Bohrung dann aus dem bestehenden Bohrloch heraus weiter in Richtung Westen abgelenkt - um insgesamt rund 2.600 Meter bis in eine Tiefe von erneut rund 5.000 Meter. Die neue Bohrung wird als „Völkersen-Nord Z4b“ bezeichnet.

Während der Bohrphase werden auch hier nur die geologischen Formationen des tieferen Buntsandstein, Zechstein und Rotliegend durchbohrt. Die überlagernden Schichten, die auch das nutzbare Grundwasser in geringen Tiefen enthalten, bleiben unberührt (siehe Grafik).

Die Bezeichnungen „Völkersen-Nord Z6a“ und „Völkersen-Nord Z4b“ setzen sich übrigens aus dem Namen des Erdgasfeldes und einer laufenden Nummerierung der Bohrungen in diesem Feld zusammen. „Z“ steht für die Gesteinsformation des „Zechstein“, der neben anderen mächtigen Gesteinshorizonten eine undurchlässige Deckschicht über der Lagerstätte bildet. Diese Schichten verhindern seit Jahrmillionen, dass Erdgas aus den Sandsteinen des „Rotliegend“ aufsteigt. Der Zusatz „a“ und „b“ kennzeichnet schließlich, dass die Bohrung als erste bzw. zweite geologische Ablenkung vorgenommen wurde.

Sollten die beiden jetzt anstehenden Ablenkungsbohrungen die Lagerstätte in ausreichend guter Qualität antreffen, könnte sich die Ablenkung der Bohrung „Völkersen-Nord Z7“ zur „Völkersen-Nord Z7a“ anschließen.

Bewährte Bohrtechnik

Für die beiden jetzt anstehenden Ablenkungsbohrungen setzt DEA die unternehmenseigene Bohranlage „T 160“ ein. Diese Anlage entspricht den modernsten Sicherheits- und Umwelt-Standards und ist aufgrund ihrer Leistungsmerkmale besonders für die tiefen Erdgasbohrungen in Niedersachsen geeignet.

Die DEA erstellt für die geplanten Bohrarbeiten umfassende Programme, die dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) vor Beginn der Arbeiten zur Genehmigung vorgelegt werden. So ist gewährleistet, dass die Arbeiten auf höchstem Sicherheitsniveau stattfinden.

Die Arbeitsschritte im Einzelnen

Beide Bohrprojekte können in sieben Abschnitte gegliedert werden. Diese werden ab Juni 2017 über einem Zeitraum von insgesamt rund 14 Monate zunächst für die „Völkersen-Nord Z6a“ und danach für die „Völkersen-Nord Z4b“ nacheinander abgearbeitet:

1. Baumaßnahmen auf dem vorhandenen Betriebsplatz

  • Bau von zusätzlichen Betonfundamenten für Pumpen
  • Erneuerung von Fugenabdichtungen

2. Verfüllung des unteren Bereiches der bestehenden Bohrung.

  • Absperrung der erdgasführenden Sandsteinschichten durch den Einsatz eines hochfesten, temperaturbeständigen Spezialzements

3. Aufbau der Bohranlage

4. Zusätzliche Verfüllung der bestehenden Bohrung

  • Ausbau des bislang genutzten Förderstranges
  • Abdichtung der Bohrung bei einer Tiefe von rund 3.800 Meter („Völkersen-Nord 6a“) bzw. bei rund 3.300 Meter („Völkersen-Nord Z4b“) mittels Dichtungsflüssigkeit, Metallstopfen und Spezialzement

5. Bohrarbeiten, Verrohrung und Zementierung, Einbau des inneren Förderstrangs

6. Abbau der Bohranlage

7. Obertägige Arbeiten und Inbetriebnahme

  • Freiförderung der Bohrung
  • Rohrleitungsbau, Installation von Mess- und Regeltechnik
  • Anschluss der Bohrung an die bestehende Gastrocknungsanlage

Sobald die erste Ablenkungsbohrung „Völkersen-Nord Z6a“ nach rund sieben Monaten erfolgreich niedergebracht und fest verrohrt ist, wird der Bohrturm abgebaut und zum Platz der „Völkersen-Nord Z4b“ transportiert. 

Nach Abschluss aller Arbeiten sorgen die Mitarbeiter des DEA Förderbetriebes Niedersachsen - Ingenieure, Meister und Handwerker - für eine sichere Erdgasproduktion. Wie alle Bohrungen, Leitungen und Stationen der DEA werden dann auch die „Völkersen-Nord Z6a“ und die „Völkersen-Nord Z4b“ aus der zentralen, rund um die Uhr besetzten Messwarte kontinuierlich überwacht und gesteuert. Mitarbeiter, die sich im Außeneinsatz befinden, sind über Mobiltelefone ständig in Kontakt mit der Messwarte und im Störungsfall schnell vor Ort.