Geologie

Für eine systematische Lagerstättenerschließung und eine erfolgreiche Erdgasförderung ist die Kenntnis über den Aufbau des Untergrundes eine wichtige Grundlage. Geologen und Geophysiker der DEA entwickeln im Feld Völkersen seit Anfang der 1990er Jahre geologische Modelle. Viele wichtige Daten werden dabei aus der Interpretation seismischer Messungen gewonnen.

Anfang 2015 hat DEA seismische Messungen im nordwestlichen Teil der Erdgaslagerstätte Völkersen durchgeführt. Nach der intensiven Analyse der dabei gewonnenen Daten wurde mit Hilfe moderner Hochleistungsrechner ein neues, dreidimensionales und sehr detailliertes Abbild des Untergrundes entwickelt. Anschließend haben Geologen und Geophysiker der DEA diese Darstellung interpretiert und auf deren Grundlage die beiden jetzt anstehenden Ablenkungsbohrungen geplant.

Was ist bei den Messungen herausgekommen?

Durch die Arbeiten wurde der aus den Jahren 1993/94 stammende Datenbestand über Aufbau und Struktur des Untergrundes im nordwestlichen Bereich des Erdgasfeldes Völkersen ergänzt. Auf Basis der neu gewonnenen Daten wurden mit Hilfe moderner Hochleistungsrechner Teile des Untergrundes mit seinen unterschiedlichen Schichten und Strukturen abgebildet. Darüber hinaus wird mit dem neuen Wissen eine systematische Erschließung der Erdgaslagerstätte ermöglicht und unnötige Bohrungen vermieden.

Ein aus Seismikdaten generiertes Bild des Untergrundes.

Wie funktioniert das Verfahren?

Seismische Messungen basieren auf dem Prinzip, dass sich Schallwellen in verschiedenen geologischen Schichten im Untergrund unterschiedlich schnell ausbreiten und an Grenzflächen reflektiert werden. Geologen und Geophysiker können anhand der Rücklaufzeiten der Schallwellen Rückschlüsse auf den Aufbau des Untergrundes ziehen. Einfach ausgedrückt funktioniert die Seismik also ähnlich wie Messungen von Wassertiefen mittels Echolot auf einem Schiff. 

Bei Messungen an Land, wie im Feld Völkersen, werden Spezialfahrzeuge mit hydraulischen Vibrationsplatten, so genannte Vibrator-Trucks, eingesetzt. Die Fahrzeuge fahren dabei entlang festgelegter Fahrtrouten und erzeugen an bestimmten Punkten der Erdoberfläche kurzzeitig Schallwellen unterschiedlicher Frequenzen. Um die Rücklaufzeiten der Schallwellen zu messen, werden spezielle Mikrofone mit Speichermodul entlang der Fahrtrouten der Vibrator-Trucks ausgelegt. 

Das erzeugte Datenvolumen bei seismischen Messungen ist sehr groß und die Datensätze sind sehr komplex. Bevor mit der Interpretation begonnen werden kann, ist eine aufwändige Datenverarbeitung mit modernen Hochleistungsrechnern nötig. 

Wann und wo wurde gemessen?

Die Messungen im nordwestlichen Bereich des Erdgasfeldes Völkersen haben vom 26. Januar - 6. Februar 2015 stattgefunden. Es wurden zwei sich kreuzende Messlinien abgefahren, die jeweils als Anregungs- und Empfänger-Linien ausgelegt wurden (siehe Karte). Die Messlinien waren jeweils rund acht Kilometer lang und lagen fast ausschließlich auf bestehenden öffentlichen Wegen und Straßen. Auf den beiden Linien haben sich Vibrator-Trucks und Begleitfahrzeuge, vergleichbar mit einer kleinen Wanderbaustelle, mit kurzen Zwischenstopps langsam vorgearbeitet.