Bohrinformationen

Der Betriebsplatz

Der bereits seit 1998 für die Erdgas-Förderbohrung „Völkersen Z4“ genutzte Betriebsplatz der DEA befindet sich im freien Gelände. Durch die Erweiterung dieses Platzes werden rund 50% landwirtschaftlich genutzte Fläche weniger benötigt, als wenn ein komplett neuer Betriebsplatz gebaut werden müsste. Darüber hinaus kann durch die geplante Vorgehensweise die bestehende Infrastruktur (u.a. Zuwegungen und Rohrleitungen) sowie die bereits vorhandene Gastrocknungsanlage genutzt werden.

Der Bau zusätzlicher Aggregate ist nicht erforderlich. Der neu zu errichtende Platz besteht aus dem inneren und einem äußeren Bereich sowie verschiedenen Nebenflächen. Auf der gesamten Fläche wird der Mutterboden abgetragen und seitlich in einer Miete gelagert. Dieser Boden wird bei einer späteren Rekultivierung des Areals wieder eingebaut. Der innere Bereich des Platzes wird in Beton ausgeführt und hat eine Fläche von 2.040 m². Der äußere Bereich wird in Asphalt ausgeführt.

Insgesamt wird für den neuen Platz eine Fläche von 4.340 m² mit Beton oder Asphalt versiegelt und für das anfallende Oberflächenwasser mit einer umlaufenden Beton-Auffangrinne versehen. Da das mittels der „Völkersen Z12“ geförderte Erdgas in der auf dem Betriebsplatz bereits vorhandenen Gastrocknungsanlage der „Völkersen Z4“ aufbereitet werden soll, ist der Bau eines weiteren Systems zur kontrollierten Platzentwässerung nicht notwendig.

Am unteren Rand des Bildes ist die seit Sommer 2012 nicht mehr genutzte und durch die DEA mittlerweile auch formal stillgelegte Wasserversenkbohrung „Völkersen H1“ mit der Pumpenhalle und den vier liegenden Tanks zu sehen. Darüber befinden sich die Gastrocknungsanlage der seit 1998 störungsfrei Erdgas produzierenden „Völkersen Z4“ sowie die Förderbohrung selbst. In der Verlängerung dieses Areals soll der Platz für die „Völkersen Z 12“ erweitert werden.

Arbeitsschritte

Das Projekt „Völkersen Z12“ kann grob in fünf Arbeitsschritte gegliedert werden, die abhängig vom Vorliegen der entsprechenden Genehmigungen in folgender Reihenfolge ablaufen:

  1. Baumaßnahmen zur Erweiterung des bestehenden Betriebsplatzes der Förderbohrung „Völkersen Z4“ (rd. 4 Monate)
  2. Aufbau der Bohranlage „T-160“ (rd. 2 Wochen)
  3. Bohrarbeiten für die „Völkersen Z12“ (rd. 6 Monate)
  4. Abbau der Bohranlage „T-160“ (rd. 2 Wochen)
  5. Obertägige Arbeiten, unter anderem
  • Freiförderung und Testen der Bohrung
  • Anschluss der Bohrung an die bestehende Gastrocknungsanlage (rd. 6 Wochen)

Nach Abschluss der Arbeiten sorgen die Mitarbeiter des Förderbetriebes Niedersachsen – Ingenieure, Meister und Handwerker – für eine sichere, zuverlässige und umweltgerechte Erdgasproduktion.

Bewährte Bohrtechnik

Die Bohrung der „Völkersen Z12“ soll mit der DEA-eigenen Anlage „T-160“ durchgeführt werden. Diese Anlage entspricht den modernsten Standards und ist aufgrund ihrer Leistungsmerkmale besonders für die tiefen Erdgasbohrungen in Niedersachsen geeignet. Die „T-160“ wurde in den vergangenen Jahren im Landkreis Verden bereits mehrfach eingesetzt. Zum Schutz von Mensch und Umwelt gelten auch für dieses Projekt umfangreiche vorbeugende und begleitende Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem:

  • Der elektrische Betrieb der Bohranlage: In schallgedämmte Container eingebaute Dieselmotoren springen nur bei Ausfall der öffentlichen Stromversorgung an.
  • Der Einsatz schallgedämmter Aggregate (Top Drive Lüfter, Pumpenhaus, Hebewerk).
  • Die Verwendung besonders blendarmer und nach unten abstrahlender LED-Leuchten.

So werden die Lichtemissionen bei Nacht deutlich reduziert. Während der Bohrphase werden die geologischen Formationen Quartär, Tertiär, Kreide, Jura (Lias), Trias (Keuper, Muschelkalk, Buntsandstein) und Zechstein durchbohrt. Das über den erdgasführenden Schichten liegende so genannte „Deckgebirge“ mit seinen unterschiedlichen Formationen ist insgesamt rund 4.800 Meter mächtig. Der Abstand der erdgasführenden Schichten bis zum tiefst möglichen für den Menschen nutzbaren Grundwasser liegt bei mehr als 4.500 Meter.

Die Grafik zeigt den Bohrpfad der bereits seit 1998 störungsfrei Erdgas produzierenden Bohrung „Völkersen Z4“ als durchgängigen schwarzen Strich, den gestrichelt rechts daneben dargestellten Bohrpfad der geplanten „Völkersen Z12“ sowie eine grobe Übersicht über die geologische Struktur des Untergrundes. Außerdem wird deutlich, dass nutzbares Trinkwasser lediglich im Bereich des Quartär und nur bis in eine Tiefe von 223 Meter vorhanden ist.

Integrität der Bohrung

Die Frage, wie insbesondere das Trinkwasser vom zu Tage strömenden Erdgas und vom mitgeförderten Lagerstättenwasser wirksam und nachhaltig getrennt werden kann, hat auch bei der Planung dieser Bohrung eine besondere Rolle gespielt. Um eine Kontamination des Trinkwassers sicher zu verhindern, ist für die „Völkersen Z12“ – neben der üblichen teleskopartig in die Tiefe führenden Verrohrung – im Bereich der oberflächennahen süßwasserführenden Horizonte eine zusätzliche so genannte Sicherheits-Rohrtour vorgesehen.

Dieses zusätzliche Stahlrohr reicht von der Erdoberfläche bis auf eine Tiefe von 400 Meter und wird fest in die Verrohrung einzementiert. Die Grafik unten zeigt deutlich, dass sich bei dieser Bohrung zwischen den grund- bzw. trinkwasserführenden Schichten und dem inneren Steigraum insgesamt zehn Bohrloch-Barriereelemente befinden. Diese bilden zusammen fünf unabhängige Barrieren, die potenzielle Fließwege von Erdgas und Lagerstättenwasser in wasserschutzbedürftige Schichten ausschließen.

Die teleskopartig aufgebaute Verrohrung der geplanten „Völkersen Z12“ als Längsschnitt.

Die drei Querschnitte (rechts) zeigen den jeweiligen Aufbau der Bohrung in den Tiefen 200, 3.000 und 4.000 Meter.

Grün markiert ist die zusätzliche Sicherheits-Rohrtour, die DEA im Bereich des nutzbaren Trinkwassers als zusätzliche Barriere in die Bohrung einbaut und die bis auf eine Tiefe von 400 Meter reicht.

Die Grenze des nutzbaren Trinkwassers ist bei -223 m eingezeichnet.  

Bohrspülung

Bei allen Bohrarbeiten setzt DEA so genannte „Bohrspülungen“ ein. Diese basieren in der Regel auf Wasser und haben insbesondere folgende Funktionen:

  • Kühlung und Schmierung der Bohrwerkzeuge
  • Transport des so genannten „Bohrklein“ (erbohrtes Gestein) an die Oberfläche
  • Stabilisierung des Bohrlochs
  • Kontrolle und Sicherung der Druckverhältnisse im Bohrloch
  • Übertragung von Daten mittels Pulsverfahren

Auch bei der Auswahl der Bohrspülung spielt der Schutz des Grundwassers im Wasserschutzgebiet für DEA eine herausragende Rolle. Darum wird in den oberen beiden Bohrsektionen der „Völkersen Z12“ ausschließlich eine wasserbasische Spülung eingesetzt, die als „nicht wassergefährdend“ eingestuft ist.

Bei der Zusammensetzung dieser Bohrspülung wird das technische Regelwerk zur Verwendung von Spülungszusätzen in Bohrspülungen bei Bohrarbeiten im Grundwasser (DVGW Merkblatt W115 und W116) eingehalten. Im weiteren Verlauf der Bohrung verwendet DEA nur Spülungszusätze, welche die Wassergefährdungsklasse 1 nicht überschreiten. Grundsätzlich wird die Spülung während des Bohrprozesses über Tage vom „Bohrklein“ gereinigt und wieder in das Bohrloch gepumpt.

So entsteht ein geschlossener Kreislauf. Dieser Kreislauf ist über Tage ausschließlich im inneren Bereich des Bohrplatzes installiert. Nicht mehr weiter verwendbare Bohrspülung und auch das „Bohrklein“ sammelt DEA bereits seit 1982 direkt neben dem Bohrturm in einem wasserdicht betonierten Becken. Von dort fahren es zertifizierte Firmen zur fachgerechten Aufbereitung ab.

Extra-Maßnahme der DEA zum Trinkwasserschutz

Einbau einer zusätzlichen Sicherheits-Rohrtour im Bereich der oberflächennahen süßwasserführenden Horizonte. Dieses zusätzliche Stahlrohr reicht von der Erdoberfläche bis auf eine Tiefe von 400 Meter und wird fest in die teleskopartig in die Tiefe führende Verrohrung einzementiert.