Das Projekt „Völkersen Z12“

Worum geht es überhaupt?

Seit Anfang der 1990er Jahre fördert die DEA Deutsche Erdoel AG im Nordwesten Niedersachsens auch im Landkreis Verden / Aller Erdgas ausschließlich für den bundesdeutschen Markt. Mittels der insgesamt 19 Förderbohrungen in diesem Gebiet konnten bis heute mehr als 25 Milliarden Kubikmeter Erdgas gewonnen werden.Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 12,5 Millionen Einfamilienhäusern beziehungsweise dem Jahresverbrauch von mehr als 26 Millionen Menschen, die in diesen Häusern leben.

Das Ziel aller Produktionsbohrungen der DEA sind die erdgasführenden Sandsteinschichten der Formation „Rotliegendes“ in Tiefen von rund 5.000 Meter. Die Auswertungen von Datenbeständen zurückliegender Untersuchungen des Untergrundes legen die Vermutung nahe, dass in einem südöstlichen Seitenbereich des Erdgasfeldes Völkersen eine weitere Lagerstätte vorhanden ist. Diese soll durch die Bohrung „Völkersen Z12“ identifiziert und erschlossen werden.

Die Bezeichnung „Völkersen Z12“ setzt sich aus dem Namen des Erdgasfeldes und der laufenden Nummerierung der Bohrungen in diesem Feld zusammen. Der Buchstabe Z steht für die Gesteinsformation des undurchlässigen Zechsteins, der – neben anderen mächtigen Gesteinshorizonten – eine dichte Deckschicht bildet. Alle diese Schichten verhindern erfolgreich seit Jahrmillionen, dass Erdgas – und auch das in der Tiefe natürlich vorkommende Lagerstättenwasser – an die Oberfläche aufsteigen können.

 

 

Botschafter aus rund 5.000 Meter Tiefe - ein Bohrkern „Rotliegendes“ (Durchmesser etwa 10 Zentimeter). Dieser Stein besteht aus Dünensand. Er entstand während der erdgeschichtlichen Epoche des Perm vor 290 - 265 Millionen Jahren. Damals lag das Gebiet Deutschlands dort, wo heute die Sahara ist. In den feinen Poren des Steines befindet sich seit etwa 20 Millionen Jahren Erdgas - mit einem Druck von mehr als 600 bar. Zum Vergleich: Der Reifendruck Ihres Pkw bewegt sich in der Regel um rund 2,5 bar. 

Erdgasförderung und Trinkwasserschutz

Der Schutz unseres Trinkwassers muss für uns alle höchstes Gebot sein - Wasser ist eine unserer existentiellen Lebensgrundlagen und es ist auch für die kommenden Generationen unverzichtbar. Darum gelten für alle Aktivitäten und Vorhaben innerhalb eindeutig definierter Gebiete rund um Trinkwasserbrunnen strenge Regeln. Diese Regeln legen fest, was in den drei gestaffelten Schutzzonen eines Wasserschutzgebietes verboten, was eingeschränkt zulässig und was zulässig ist.

Da der Betriebsplatz sowie die Bohrung der geplanten „Völkersen Z12“ innerhalb der Zone III des Wasserschutzgebietes Panzenberg liegen, gelten für dieses Projekt die Bestimmungen der Verordnung über die Festsetzung eines Wasserschutzgebietes für das Wasserwerk Panzenberg des Trinkwasserverbandes Landkreis Verden in Verden (Aller). Die zuständige Aufsichtsbehörde ist der Landkreis Verdenals Untere Wasserbehörde.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der besonderen Verantwortung, die aus dem Projekt erwächst, wird DEA eine Reihe zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, die dem Trinkwasserschutz dienen. 

DEA plant, für die neue Bohrung „Völkersen Z12“ den bereits vorhandenen Betriebsplatz der seit 1998 störungsfrei Erdgas produzierenden Bohrung „Völkersen Z4“ in Richtung Nordosten zu erweitern. Der Punkt auf der Karte zeigt die Lage dieser so genannten Lokation auf dem Gebiet der Stadt Verden/Aller, Gemarkung Scharnhorst.

Der grüne Punkt in dem Bild markiert das Ziel der geplanten Bohrung „Völkersen Z12“ in rund 5.000 Meter Tiefe. Die Grenzen der drei Zonen des Wasserschutzgebietes Panzenberg sind blau dargestellt. Technisch bedingt, ist die Entfernung zwischen dem oberirdischen Ansatzpunkt einer Bohrung und deren an die Erdoberfläche projiziertem Ziel in dieser Region Niedersachsens auf einen Umkreis von 2,5-Kilometer limitiert (roter Kreis).